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Probleme beim Führerschein-Tourismus Drucken

Das Schlupfloch, mit Hilfe einer neuen ausländischen Fahrerlaubnis daheim wieder Auto fahren zu können, wird im Internet kräftig beworben. Dort werden Billig-Führerscheine per Schnellkurs in Polen angepriesen, Urlaubsunterricht in Tschechien oder Eilprüfungen in Ungarn. Alles "legal, rasch, preiswert und ohne MPU", also ohne Medizinisch-Psychologische Untersuchung, wie die Anzeigen versichern. Ab 890 Euro aufwärts soll der Führerschein in einigen Ländern zu haben sein.


Je nach Betreuungs-, Dolmetscher- oder Anreisekosten kann es aber deutlich teurer werden. "Wohnsitznachweis im Preis inbegriffen", lauten die Versprechen. Denn das ist der größte Haken am fremden Führerschein: Der Prüfling muss darlegen, dass er mindestens 185 Tage in dem Land gewohnt hat, in dem der Führerschein ausgestellt wird. Gefälschte Nachweise sind keine Seltenheit, wissen die Autoclubs.

Wer aber eine Fahrprüfung im EU-Ausland ablegt, obwohl in Deutschland nach einer Promillefahrt noch eine Sperrfrist gegen ihn läuft, kriegt bei einer Routinekontrolle daheim mächtig Ärger. Die Nutzung eines im Ausland erworbenen Führerscheins während der Sperrfrist kommt einem "Fahren ohne Fahrerlaubnis" gleich und ist damit strafbar, betont Volker Lempp, Jurist beim Auto Clubs Europa (ACE).. "Dann ist der Traum vom grenzenlosen Fahren schnell zu Ende und das investierte Geld ist futsch." Ist die Sperrfrist vorbei, der MPU-Kandidat erwirbt danach eine fremde Fahrerlaubnis und wird dann am Steuer in Deutschland kontrolliert, darf ihm die neue Fahrerlaubnis zwar nicht abgenommen werden.

Doch die deutsche Führerscheinstelle darf dann im Ausland anfragen, ob der Wohnsitznachweis womöglich erschwindelt war. Zwar darf ein Verstoß nicht von den deutschen Behörden moniert werden. Doch es besteht das Risiko, dass der ausländische Aussteller die Fahrerlaubnis nach all der Aufregung wieder zurücknimmt.

Quelle: spiegel

 
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